Heute zweimal warm gegessen und keinen Grund, mich zu beklagen.
Ach verdammt, das ist ja gar nicht Twitter hier! Dann ein paar spaßige Links. Hier klicken, danach dann noch hier klicken.
Die Hauptstadt von Niger heißt übrigens Niamey.
Heute zweimal warm gegessen und keinen Grund, mich zu beklagen.
Ach verdammt, das ist ja gar nicht Twitter hier! Dann ein paar spaßige Links. Hier klicken, danach dann noch hier klicken.
Die Hauptstadt von Niger heißt übrigens Niamey.
Soeben habe ich gelernt, was die wirklichen Probleme in diesem Land sind. Arbeitslosigkeit? Pah! Finanzkrise? Ach wo! Schwache Politiker? Lächerlich! Nein, es sind Katzen. Oder präziser: der Umgang mit diesen.
Völlig fassungslos las ich gerade mein Lieblingslokalblatt Westdeutsche Zeitung online und freute mich über sinnlose Unfallstatistiken oder einen schönen Bericht über ausgeraubte Rentner. Das richtig wichtige Zeug also, mit dem sich die Lokalblätter in Deutschland tagein, tagaus selbst eine Existenzberechtigung zu basteln versuchen. Hin und wieder gibt es auch mal einen Bericht über interne Machtkämpfe der Wuppertaler CDU. Was all diese Artikel im Online-Portal gemein haben: Meistens finden sich nur ein paar Nasen, die das kommentieren möchten – wenn’s hochkommt, mal zehn oder zwanzig.
Und dann geschah es aber, dass ein Gebot ausging vom Kaiser die Wuppertaler Polizei eine kranke Katze erschoss. Klicken Sie hier und lesen Sie. Und siehe da: 131 Kommentare! (Aktueller Stand.) Ich fasse es nicht. Ehrlich, ich fasse es nicht. So sieht’s also aus, das interessiert die Leute wirklich, eine tote Katze! Allmählich neige ich dazu, zu sagen: Die Leute bekommen genau den Journalismus, den sie verdienen. Und sie bekommen auch genau die Politiker, die sie verdienen. Auch, wenn es da jetzt keinen unmittelbaren Zusammenhang gibt.
Wulff, ich hab eine gute Idee, wie du aus deiner momentanen Bredouille wieder rauskommst: Verschenk einfach ein paar Katzen. Möglichst öffentlichkeitswirksam, vielleicht an krebskranke Kinder. Das wär doch was. Im Nu reden die Leute über nichts anderes mehr.
Die Farce um unseren derzeitigen Bundespräsidenten amüsiert mich. Leider kann man nicht mal richtig jubeln, weil sich die Arschlöcher von der Bild dann darin bestätigt sehen, irgendwas richtig zu machen. Und dieser Eindruck darf auf keinen Fall entstehen, denn Bild ist und bleibt ein fieses, volksverhetzendes Schundblatt.
Mir kam jedenfalls gerade eine Idee. Da ich immer noch auf Arbeitssuche bin: Nehmt mich als Bundespräsidenten! Ich kann sensationell gut repräsentieren, in der Gegend rumstehen und Reden halten. Ich traue mir zu, mit treuem Blick in Kameras zu schauen und Gesetze zu unterzeichnen.
Aber ach, da fällt mir ein, ein Bundespräsident muss mindestens 40 Jahre alt sein. Verdammt! Dann plädiere ich doch wie bisher dafür, dieses sinnlose Amt endlich abzuschaffen.
Der nächste Eintrag ist eher für mich, als für euch. Als kleine Gedächtnisstütze für später mal, hier eine Liste aller Konzerte, die ich 2011 besucht habe. So viele waren es ja nicht, aber viel mehr als 2008 und 2009, als ich auf kaum einem Konzert war.
23.12.11 – Götz Widmann & Martin Goldenbaum – Live Club Barmen, Wuppertal
17.12.11 – New Model Army & Scanners – Palladium, Köln
01.12.11 – Opeth & Pain Of Salvation – Essigfabrik, Köln
19.11.11 – Phillip Boa And The Voodooclub & KieW – Live Club Barmen, Wuppertal
28.10.11 – Rotor & Seven That Spells & Neume – Cobra, Solingen
12.07.11 – Molotov – Batschkapp, Frankfurt
12.05.11 – De Staat & Death Letters – Nachtleben, Frankfurt
09.05.11 – The Hooters – Colos-Saal, Aschaffenburg
15.04.11 – King’s X & Klone – Colos-Saal, Aschaffenburg
Liebe Leser, ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest mit leckerem Essen und schönen Geschenken.

17.12.11., Palladium, Köln
New Model Army sind eine Band, bei der es nur zwei verschiedene Möglichkeiten gibt, wie ein Konzert ausfällt: entweder großartig oder solide. Ich hab die Band jetzt mindestens sieben Mal live gesehen (falls ich nicht irgendeins vergessen habe), und bisher war es immer so. Schlecht gibt es glücklicherweise nicht. Dieses Mal war der Auftritt leider nur solide. Trotzdem ist es immer wieder eine schöne Tradition, kurz vor Weinachten zu den jeweiligen Kölner Konzerten zu gehen, es hat sowas Familiäres.
Doch der Reihe nach. Als wir ins Palladium kamen, hatte die erste Vorband Face Tomorrow schon gespielt, die zweite namens Scanners gerade angefangen. Und über die muss ich sagen: Geile Band! Warum kennt die kein Schwein? Haben schon zwei Alben draußen, eine tolle Sängerin am Mikro und einen Sound irgendwo zwischen Indiepop und Rock. Müsste eigentlich auch den Leuten gefallen, die Florence + The Machine mögen. (Deren Konzert im März zu schnell ausverkauft war, als dass ich noch Karten hätte bekommen können, was mich in nicht geringem Maße sauer macht!) Scanners muss ich jedenfalls im Auge behalten und demnächst mal das Album ordern. Kleine Kostprobe:
Dann, nach langer Umbaupause, New Model Army. Der Einstieg hätte mit Whirlwind nicht besser sein können, danach kamen aber leider direkt zwei Songs, die ich nicht sonderlich mag: The Long Goodbye und vor allem High. Ich versteh nicht, warum sie die immer so gerne spielen. Und dann war bei mir irgendwie die Luft raus. Oder sagen wir lieber: Der Funke wollte nicht so recht überspringen. Aber Lieblingsbands wären nicht Lieblingsbands, wenn zwischendurch nicht trotzdem was für einen dabei wäre. Auf der positiven Seite: Justin Sullivan hielt deutlich weniger predigende Ansprachen als in der Vergangenheit, und die Band verzichtete größtenteils auf ihre “atmopshärischen Leerstellen”, wie ich das immer nenne – also Teile, die in die Länge gezogen werden, atmosphärisch dicht, aber auch langweilig sind. Und das machen die sehr gerne sonst. Technisch sind die ja perfekt aufeinander eingespielt, das sitzt alles blind.
In der zweiten Hälfte wurde das Konzert deutlich besser, was die Songauswahl angeht. Aber man kann es auch nicht jedem recht machen, und ich bin auch schon in den Genuss von NMA-Konzerten gekommen, die ich perfekt vom ersten bis zum letzten Ton fand. Also will ich mich nicht großartig beklagen. Perfekt war dieses Mal schon nicht möglich, weil der Sound nach einigen Songs lauter und deutlich schlechter wurde. Warum dieses Aufdrehen immer sein muss, frage ich mich umso mehr, seit ich bei Opeth gesehen und gehört habe, dass es auch anders geht. Fazit: Nicht toll, nicht schlecht, irgendwo dazwischen. Nächstes Mal muss es aber wieder geil werden, hoffentlich mit neuem Album im Gepäck.
P.S.: Sehr amüsant war Sullivans Kommentar “we’re from England which has been drifting further away into the Atlantic ocean this week”, eine nette Anspielung an Spatenmeister Camerons Verhalten letzte Woche.
P.S. 2: Schreck lass nach, ich ja ganz vergessen, dass ich noch was verlinken wollte. Hier kann man sich nämlich den kompletten New Model Army-Auftritt von 2006 ansehen. Das war ein tolles Konzert, da war ich auch.
Angesichts der Ekelhaftigkeit der neuesten Meldung aus Syrien, wonach es Quoten für Erschießungen gibt, fällt einem wieder auf, dass wir in Deutschland eigentlich keine nennenswerten Probleme haben. Leider hab ich keine Ahnung von Syrien, also geht es hier doch wieder nur um Deutschland. Verdammt.
Ich bin eigentlich niemand, der sich über die Verschwendung von Steuermitteln aufregt, aber manchmal frag ich mich schon, was so vor sich geht. Vorgestern fand ich ein Zettelchen im Briefkasten, man habe mich nicht angetroffen, ich solle doch mal am nächsten Tag meinen Hintern zum Paketshop bequemen und da zwei “normale Briefe” abholen. (Die Post gibt’s hier nur noch an einem Standort, seitdem lagern sie alles an diese Paketshops aus.) Ich ging also gestern hin und fragte mich schon, was für Briefe das wohl sein könnten. Tja, es stelle sich heraus: Das waren Bewerbungsunterlagen, die ich vor zig Monaten an die Uni geschickt hatte. In zwei verschiedenen Briefumschlägen, als Einschreiben verschickt.
Da fragt man sich schon: Haben die sie nicht mehr alle? Zum einen: Warum muss sowas per Einschreiben zurückgeschickt werden? Es wär sicherlich auch so angekommen. Und zum anderen: Was will ich denn mit uralten Bewerbungsunterlagen? Gut, die Mappen kann ich jetzt noch mal verwenden, aber die paar Euro hätten mich sicher nicht umgebracht. Zumal man ja in der normalen Welt E-Mail-Bewerbungen schreiben kann. Nur nicht, wenn man sich auf irgendwas bewirbt, was mit dem Staat zu tun hat. Wahrscheinlich, weil der Personaler da ein 64jähriger Mann mit weißem Rauschebart ist, der zwar alle Miles Davis-Platten chronologisch aufzählen kann, von Computern aber nur weiß, dass man damit Briefe schreiben kann, wenn einem einer erklärt, wie man dieses verflixte Schreibprogramm aufmacht.
Das hier wird nur einen von euch interessieren, ich schreib’s aber trotzdem.
Ich bin gerade mal wieder dabei, mir The West Wing anzusehen, eine der besten Mainstream-Serien, die das amerikanische Fernsehen bis heute hervorgebracht hat. Ich hänge gerade irgendwo in der fünften Staffel, etwa auf der Hälfte. Dabei fällt mir beim zweiten Sehen doch sehr auf, wie sehr so eine Serie davon abhängig ist, wer oben an der Spitze das Sagen hat.
Die ersten vier Staffeln wurden quasi im Alleingang von Aaron Sorkin geschrieben, der letztens den Oscar für das beste Drehbuch gewonnen hat, für The Social Network. Nun kann man von der alten Koksnase Sorkin halten, was man mag, aber er weiß, wie man glaubwürdige Charaktere und gute Dialoge schreibt. In der vierten Staffel hat er sich aber mit dem Sender überworfen und durfte dann nach Hause gehen. Wer sprang in die Bresche? John Wells, Produzent solcher Serien wie Emergency Room und Third Watch, der hatte wohl gerade nichts zu tun.
Jetzt denkt man, ja gut, so ein Wechsel bei einer Serie, macht sich das echt bemerkbar? Ja, und leider nicht sehr positiv. Persönliche Dramen geraten plötzlich stärker in den Fokus, das Ganze wird irgendwie soapiger, und einen gewissen Rechtsruck kann man auch nicht verhehlen. Vorher gab’s jedenfalls keine “Wir müssen unsere Jungs da rausholen”-Folgen mit pathetischer Musikuntermalung. Mehr Kameragetrickse gibt’s auch.
Ich finde das schade, die Serie braucht sowas eigentlich nicht. Natürlich ist sie auch zu diesem Zeitpunkt noch um Längen besser als fast alles andere, aber leichte Enttäuschung macht sich doch breit. Leute, die The West Wing damals gesehen haben, wollten ja nicht das triviale private Zeug sehen, sondern wie Politik gemacht wird. Unter dieser Prämisse funktioniert die Serie in der fünften Staffel schlechter als vorher. Ich hoffe sehr, dass ich mich richtig erinnere, und die letzten beiden Staffeln wieder besser werden. Sonst muss ich mein Urteil aus dem ersten Absatz noch mal überdenken.
Ich würde gerne, aber dieses Thema ist zu hardcore. Tut mir leid. Ich könnte jetzt natürlich die Elefanten-Regenwurm-Methode anwenden, aber das scheint mir etwas billig zu sein. Außerdem bin ich krank/kränklich/wehleidig/eine Wurst vor dem Herrn. “Artikel auf Zuruf” geht jedoch weiter! Einen neuen Vorschlag, bitte.
Da das etwas wenig für einen Blogeintrag ist, stattdessen zwei Filmkurzkritiken.
Carnage
Der aktuelle Polanski. Ein 4-Personen-Theaterstück hat er sich vorgenommen, dementsprechend besteht der Film auch aus vier Personen in einem Raum, die sich viele Dialoge liefern. Die erste Hälfte ist super, in der zweiten muss es etwas holterdipolter gehen und die Handlung wirkt forciert. Die Aussage wär auch klar geworden, wenn’s etwas dezenter zugegangen wär. Das zugrundeliegende Stück ist offenbar ziemlich nihilstisch, und ich bin mir nicht sicher, ob es nicht auch weiterhin auf einer Bühne besser aufgehoben gewesen wäre als im Kino. Dennoch: Ein recht brauchbarer Schauspielerfilm, besonders Kate Winslet und Christoph Waltz überzeugen.
Another Earth
Das Sundance Festival beweist wieder ein gutes Händchen: Interessanter, sehr sehenswerter kleiner Film mit spannender Was-wäre-wenn-Fragestellung. Im Mittelpunkt steht ein menschliches Drama um Verlust und Verarbeitung und eine hervorragende schauspielerische Leistung von Brit Marling, von der wir bestimmt noch hören und sehen werden. Regisseur Cahill erzählt die Geschichte manchmal etwas zu aufdringlich mit überflüssigen Handkamera-Spielereien und prätentiösen Zwischensequenzen, bekommt aber noch gerade die Kurve, bevor es nervig wird.
Meine Lieblingsholländer von De Staat mögen die Vorweihnachtszeit ähnlich gerne wie ich, hab ich den Verdacht. (Wie wir alle wissen, findet in Holland das Hauptweihnachtsfest am 06. Dezember statt, aber das tut jetzt nichts zu Sache, verdammt!) Jedenfalls haben sie eine hübsche Version von “Let It Snow” aufgenommen, mit angemessen krankem Video. Anschauen auf eigene Gefahr: