05.02.12., Gebäude 9, Köln
Junge Junge! Manche Bands legen ihr ganzes Potential tatsächlich erst live frei. Von Platte sind Wild Flag auch nicht komplett harmlos, aber man hat wirklich keinen Eindruck davon, wie brachial die live rüberkommen. Hätte von der Wucht her auch ein Metal-Konzert sein können. Was haben wir gelernt? Man muss weder jung noch männlich sein, um richtig Radau auf der Bühne zu veranstalten. Aber gut, hier stehen ja auch zwei Viertel Sleater-Kinney auf der Bühne und deren Riot Grrrl-Attitüde haben auch Wild Flag für sich gepachtet.
Carrie Brownstein, die in der tollen und ultranerdigen Comedy-Serie Portlandia so nett und sympathisch rüberkommt, wird live zum Tier. Ich hatte den Eindruck, gleich nimmt sie ihre Gitarre und schlägt um sich. Auch die anderen droschen munter auf ihre Instrumente ein, spielten die ganze Wild Flag-Debütplatte runter und noch ein paar andere Stücke. Ich fand’s super. Etwas länger hätte es gern noch sein dürfen, aber wenn du nur ein Album draußen hast, wat willse machen? 150 Zuschauer an einem arschkalten Sonntagabend in Köln hätten mehr vertragen, kommen aber bestimmt beim nächsten Mal wieder.
Vorher gab’s noch eine Band aus Köln, deren Namen niemand verstanden hat. Spielten so 08/15-Indie, wurden mit zunehmender Dauer etwas besser, aber ich würd mir sicher nichts von denen kaufen.
